Die Musketiere in Dumas' Fiktion
Porthos
Porthos ist der lustigste und sorgloseste der vier Freunde, zugleich ihr extrovertiertester Gefährte. Er liebt gutes Essen, Wein, Frauen und Gesang und bringt oft Humor in angespannte Situationen. Mit vielen Geistesgaben ist er nicht gesegnet, dafür aber von unerschütterlicher Gutmütigkeit, großer Ehrlichkeit und einer beinahe kindlichen Leichtgläubigkeit – Eigenschaften, die ihn umso liebenswerter machen.
Er friert leicht am Kopf, verwechselt die englische mit der spanischen Sprache und sorgt nicht selten für komische Momente. Doch hinter der heiteren Fassade verbirgt sich ein Mann von außergewöhnlicher Loyalität und Hingabe gegenüber seinen Freunden. Vor allem seine enorme körperliche Kraft und seine imposante Erscheinung heben ihn von den anderen ab. Seine legendären Esskünste beeindrucken sogar König Ludwig XIV. bei einem Bankett in Fontainebleau.
Für einen Baronstitel unterstützt er gemeinsam mit d’Artagnan Kardinal Mazarin im Kampf gegen den Adel und die Prinzen von Geblüt. Zweimal verheiratet, überlebt er beide Ehefrauen und erwirbt mit deren Vermögen zwei große Güter, auf denen er wie ein König residiert. Nur der ersehnte Adelstitel fehlt ihm lange zu seinem vollkommenen Glück – doch auch diesen erhält er schließlich.
Im Vicomte de Bragelonne unterstützt Porthos Aramis bei dessen Intrigen gegen den König, ohne jemals wirklich zu begreifen, was vor sich geht. Bis zuletzt glaubt er, gemeinsam mit Aramis im Dienst des Königs zu handeln. Selbst als Aramis’ Plan scheitert und beide Hals über Kopf fliehen müssen, bleibt ihm das wahre Ausmaß der Ereignisse verborgen.
Mit dem Fortschreiten der Handlung wächst Porthos beinahe über sich hinaus – im wahrsten Sinne des Wortes wirkt er immer mehr wie ein Riese, eine titanenhafte Gestalt. Er ist Athos’ Fürsprecher bei dessen Erhebung in den Ritterstand des Ordens vom Heiligen Geist und rettet Aramis bei der wilden Flucht von Belle-Île das Leben, indem er sein eigenes opfert. Sein Tod ist der eines Titanen. Dumas weinte, während er Porthos’ Ende zu Papier brachte.