Die Musketiere in der Realität

Die drei Musketiere und ihr Freund d'Artagnan existierten wirklich, sie dienten Anfang des siebzehnten Jahrhunderts in der königlichen Garde. D'Artagnan hieß in Wirklichkeit Charles de Batz-Castelmore d’Artagnan und stammte aus Auch in der Gascogne. Dort steht auch seine Statue. Athos' wirklicher Name lautete Armand de Sillégue d'Athos d'Autevielle. Um etwas mehr über das wirkliche Leben der vier Musketiere, und insbesondere d'Artagnan, zu erfahren, empfehle ich Fans das Buch “Ich, d'Artagnan”. Ein Zeitgenosse des großen Musketiers hat hier sein Leben festgehalten. Im Nachwort wird einiges über die historischen Vorbilder der Musketiere berichtet.

Sein Name klingt hell und schmetternd wie eine Trompetenfanfare, in die rollender Trommelwirbel einfällt. Wir brauchen ihn nur zu hören oder auszusprechen, und sogleich steigt aus der Grabesnacht versunkener Jahrhunderte der Musketier des Königs empor, schüttelt Staub und Moder von Federhut und Samtwams; sporenklirrend tritt er keck ans Licht unserer Zeit und fragt, auf den Knauf seines guten Schwertes gestützt, herausfordernden Blickes nach unserem Begehr. - Doch er erscheint nicht allein - ihn begleiten seine drei unzertrennlichen Kameraden und Freunde Athos, Porthos und Aramis, die Sekundanten seiner zahllosen Duelle und Abenteuer, die ihm durch Leben und bis übers Grab hinaus treue Gefolgschaft leisteten. Nun ist das Kleeblatt fertig: Das Lilienbanner bauscht sich im Winde, Degen klirren, und die atemlose, wilde Jagd der drei Musketiere beginnt.

D'Artagnan

D'Artagnans Statue in Paris
D'Artagnans Statue in Paris

Stolz, bewundert, angesehen und gefürchtet wirst Du durchs Leben gehen, die höchsten Ehrenstellen am Hofe und im Heer werden sich Dir öffnen, und Seine Majestät wird Dir allzeit mit königlicher Gnade und Huld gewogen sein.

Wenn sie den Namen "d’Artagnan" hören, denken die meisten Menschen an den berühmten Helden aus dem Abenteuerroman von Alexandre Dumas. Wenige wissen, daß sein Vorname “Charles” lautete und kaum einer weiß, daß es diesen stolzen, gewitzten Gascogner tatsächlich gegeben hat.

Charles d’Artagnan de Batz-Castelmore wurde 1623 (zu dieser Zeit ist er in Dumas’ Roman bereits achtzehn Jahre alt) als jüngstes von acht Kindern zu Schloß Castelmore bei Lupiac in der Gascogne geboren. Sein Vater war Bertrand II de Batz-Castelmore, seine Mutter Francoise de Montesquiou d’Artagnan.

1640 - mit siebzehn Jahren - verließ er sein Elternhaus, um nach Paris zu ziehen und sich dort den Musketieren des Königs anzuschließen. Er sollte nie wieder in seine Heimat zurückkehren. Sein großes Vorbild war Monsieur de Trèville, der ebenfalls mittellos nach Paris gekommen war und eine glanzvolle Karriere bei Hofe gemacht hatte, sein erklärtes Ziel war es, den Marschallstab zu erlangen. An seinem ersten Tag in Paris lernt er Landsleute von ihm kennen: Porthos, Aramis und Athos, mit denen gemeinsam er sein erstes Duell ausfechtet - gegen vier Gardisten des Kardinals. Einen Tag später wird er Ludwig XIII vorgestellt, der tapfere Kämpfer verehrt. Er wird zunächst in die Französische Gardekompanie aufgenommen, wo er sich schnell mit seinem Mut und seinem Draufgängertum einen Namen macht.

Während seiner ersten vier Jahre in Paris sterben zuerst der große Kardinal Richelieu und wenig später Ludwig XIII. Sein Sohn - der spätere Sonnenkönig - ist erst sechs Jahre alt. Anna von Österreich übernimmt die Regentschaft für ihren Sohn, doch in Wahrheit ist es Kardinal Mazarin, der Frankreich regiert. 1644 zieht d’Artagnan in den Krieg gegen die Spanier, in dem er tapfer kämpft. Zur Belohnung für seine Waffentaten wird er endlich zu den Musketieren versetzt.

Buchempfehlung

D'Artagnan: Das wahre Leben des vierten Musketiers von Ria Wegner

D'Artagnan (*1610/15, †1673) – ein Name, der zum Mythos wurde und bis heute eine einzigartige Anziehungskraft besitzt. Alexandre Dumas machte den tollkühnen Musketier zu einer unsterblichen Legende. Die Bücher über die Abenteuer des jungen Edelmanns aus der Gascogne zählen zu den bedeutendsten und meist verbreiteten Romanen der Weltliteratur. Filmproduktionen und Bühnenstücke greifen immer wieder das Thema der »Drei Musketiere« auf, deren Vierter und Bekanntester d'Artagnan heißt. Weniger bekannt ist, dass der legendäre Held tatsächlich gelebt hat! Sein historisches Vorbild, Charles de Batz de Castelmore Graf d'Artagnan, war ein hoch geachteter Offizier und enger Vertrauter des französischen Königs Ludwig XIV., der Königinmutter Anna von Österreich und des Kardinals Mazarin. Die Autorin Ria Wegner legt jetzt die erste deutschsprachige Biografie über das Leben des historischen d´Artagnan vor und verschafft diesem lange verkannten, für die französische Krone sehr bedeutenden Mann, erstmalig ein wahres Gesicht.

Kategorie:
Sekundärliteratur zu den Musketieren
Seitenzahl:
200
Verlag:
MatrixMedia
Jahr:
2016
Bindung:
Broschiert
ISBN:
978-3-932313-95-0
Sprache:
Deutsch
Erscheinungsdatum:
01.09.2016

Die Musketiere

Auch die drei Musketiere Athos, Porthos und Aramis haben tatsächlich gelebt. Es ist nicht sicher, ob sie sich alle vier gekannt haben, da ihr Eintritt in die Kompanie der Musketiere zu unterschiedlichen Zeiten erfolgte. Der Zeitgenosse d’Artagnans - Courtils de Sandras - beschreibt in seinen “Mémoires de Monsieur d’Artagnan” allerdings die Bekanntschaft der vier Musketiere untereinander. Da diese Memoiren jedoch zum Teil fiktiv sind, kann man sich nicht darauf verlassen.

Ausgiebige Recherchen französischer Historiker haben jedoch die wahren Namen und Identitäten von Athos, Porthos und Aramis zu Tage gefördert.

Armand de Sillègue d'Athos d'Autevielle

Überreste des Château d’Athos-Aspis, Foto von Jibi44
Überreste des Château d’Athos-Aspis, Foto von Jibi44

Armand de Sillègue d'Athos d'Autevielle, bekannt unter dem Namen Athos, war ein französischer Musketier, der um 1615 in der Region Béarn geboren wurde und am 21. Dezember 1643 in Paris verstarb. Er gehörte der königlichen Musketiergarde unter Ludwig XIII. an und spielte eine kleine Rolle in Gatien de Courtilz de Sandras' fiktiver Biographie d'Artagnans, die wiederum Alexandre Dumas als Inspiration für seine Romanreihe diente.

Herkunft und Familie

Sein Name leitete sich von der kleinen Festungsanlage Athos-Aspis ab, deren Überreste am Fluss Gave d'Oloron zwischen den Ortschaften Sauveterre-de-Béarn und Autevielle zu finden sind. Als jüngerer Sohn von Adrien de Sillègue, dem Herrn von Athos und Autevielle, hatte er keine Aussicht darauf, die väterlichen Ländereien zu erben, da diese traditionell an den erstgeborenen Sohn fielen.

Militärische Laufbahn

Für einen mittellosen Adeligen und nachgeborenen Sohn wie Athos blieben im 17. Jahrhundert nur zwei Karrierewege offen: der Dienst in der Armee oder der Eintritt in den Klerus. Durch die verwandtschaftlichen Beziehungen zu Monsieur de Tréville, einem entfernten Cousin, erhielt er zunächst eine Position als Kadett im Régiment der französischen Garden. Im Jahr 1640 gelang ihm schließlich der Eintritt in die prestigeträchtige Musketiergarde.

Historische Bedeutung

Über sein tatsächliches Leben ist wenig dokumentiert. Sein Tod hingegen ist exakt datiert, er starb am 21. Dezember 1645, vermutlich durch ein Duell. Ein Eintrag im Sterberegister der Kirche Saint-Sulpice (die auch im Roman immer wieder erwähnt wird), hält fest, dass seine Leiche nahe der Pré aux Clercs gefunden wurde (damals ein beliebter Ort für Duelle, der auch im Roman erwähnt wird).

Alexandre Dumas transformierte diese spärlich bekannte historische Figur in eine literarische Gestalt von adliger Vornehmheit und geheimnisvoller Vergangenheit, die wesentlich vom realen Vorbild abweicht.

Isaac de Portau

Isaac de Portau (auch geschrieben als Porthau oder Portaut) wurde am 30. Januar 1617 in Pau geboren und verstarb am 13. Juli 1712. Er war ein gascognischer Musketier der königlichen Garde im Frankreich des 17. Jahrhunderts und diente wie Armand de Sillègue erst Courtilz de Sandras und dann Alexandre Dumas als Inspiration und Vorlage für die Romanfigur Porthos.

Familiärer Hintergrund

Isaac entstammte einer protestantischen Familie aus dem Béarn, die ihre Wurzeln in Audaux hatte. Seine Familie gehörte dem frisch geadelten Stand an, nachdem sein Vorfahre, ein Küchenchef, König Heinrich IV. beeindruckt hatte und zum Adeligen erhoben worden war. Der Vater hatte als Sekretär des Königs und der Stände von Navarra eine bedeutende Position inne und konnte dadurch Herrschaften erwerben. Die Familie besaß das Schloss von Lanne-en-Barétous, wo vermutlich auch Isaac zur Welt kam.1

Verwandtschaftliche Beziehungen

Er war ein Cousin zweiten Grades des Grafen de Tréville, der als Kapitän der Musketiere fungierte, sowie ein Cousin ersten Grades von Armand d'Athos. Diese verwandtschaftlichen Verbindungen spielten eine wichtige Rolle für seine militärische Karriere.2

Militärischer Werdegang

Im Jahr 1642 diente Isaac in Paris in der Garde-Kompanie von Alexandre des Essarts, einem Schwager von Tréville. Es ist ziemlich wahrscheinlich, daß er d’Artagnan kennengelernt hat. Verschiedene historische Quellen sind sich uneinig, ob er tatsächlich offiziell den Musketieren beitrat, da sein Name in keinen Musterrollen der Musketiere aufgeführt ist. Nach 1650 kehrte er in seine Heimatregion Béarn zurück und übernahm dort die Stelle eines Unteroffiziers der Munitionsgarde in der Festung Navarrenx.3

Spätere Jahre

Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1654 schied Isaac aus dem Gardedienst aus und wurde Sekretär des Parlaments von Béarn. Er verstarb schließlich an einem Schlaganfall und wurde in der Kapelle des Heiligen Sakraments in der Kirche Saint-Martin in Pau beigesetzt (hier existieren jedoch keine Nachweise über seinen Tod und die Beisetzung, von daher sind diese Informationen mit Vorsicht zu behandeln). Er hinterließ zwei Söhne namens Arnaud und Jean.

Quellen

  1. cmu3m.weebly
  2. alchetron
  3. fr.wikipedia

Henri d'Aramitz

Pforte und letzter Überrest der ehemaligen Laien-Abtei im Dorf Aramits
Pforte und letzter Überrest der ehemaligen Laien-Abtei im Dorf Aramits, Foto von Jibi44

Henri d'Aramitz (alternative Schreibweise: d'Aramits), kam um 1620 zur Welt und verstarb zu einem unbekannten Zeitpunkt, wobei die Quellen zwischen 1655 und 1674 variieren. Er war ein Laienabt und diente als Musketier in der Compagnie du Roi, der ersten Kompanie der königlichen Musketiergarde unter Ludwig XIII.. Seine Person inspirierte sowohl Gatien de Courtilz de Sandras als auch Alexandre Dumas bei der Erschaffung der Romanfigur "Aramis".

Familiäre Abstammung

Henri entstammte einer alteingesessenen aristokratischen Familie aus Béarn, die erstmals 1376 urkundlich erwähnt wurde und zu den kürzlich konvertierten Hugenotten zählte. Sein Name leitete sich vom Familiensitz Aramitz im Barétous-Tal ab. Sein Großvater, der hugenottische Hauptmann Pierre d'Aramitz, spielte eine wichtige Rolle in den Religionskriegen unter Jeanne d'Albret. Als Laienabt der Abtei von Aramitz verwaltete Henri zwar nicht die Abtei selbst, bezog aber deren Einnahmen und Zehnten.1

Verwandtschaftliche Verbindungen

Henri war ein Neffe des Comte de Troisville (auch Tréville genannt), der als Hauptmann der Musketiergarde fungierte. Sein Onkel Charles d'Aramitz, der jüngere Sohn von Pierre, war der erste aus der Familie, der in der ersten Kompanie der Musketiere diente, und verschaffte später weiteren Familienmitgliedern Positionen bei den königlichen Musketieren. Sein Vater Charles d'Aramitz bekleidete den Rang eines Maréchal des logis und Fouriers.2

Militärische Karriere

Im Mai 1640 trat Henri als zweiter Musketier seiner Familie in dieselbe Kompanie ein, in der bereits sein Vater diente. Über seine Dienstlaufbahn ist wenig dokumentiert; es wird lediglich berichtet, dass er etwa fünfzehn Jahre in den Truppen des Königs gedient haben soll. Er blieb bei den Musketieren bis zu deren erster Auflösung im Jahr 1646. Die militärischen Archive schweigen über die weiteren Dienstjahre von Henri und seinem Vater sowie über ihr Verbleiben nach der Auflösung ihrer Kompanie.

Rückkehr nach Béarn und Privatleben

Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1648 kehrte Henri in den Béarn zurück und übernahm selbst die Position des Laienabts von Aramitz. Am 16. Februar 1650 heiratete er Jeanne de Béarn-Bonasse, die einer der angesehensten katholischen Familien des Béarn angehörte, obwohl er selbst möglicherweise protestantischen Glaubens war. Aus dieser Ehe gingen vier Kinder hervor: zwei Töchter und zwei Söhne namens Armand und Clément. Der jüngste Sohn wurde nach Henris Rückkehr nach Paris im Jahr 1654 geboren. Clément verkaufte die Abtei von Aramitz später im Jahr 1690 an einen Cousin.3

Quellen

  1. History extra
  2. Histoire du Monde
  3. fr.wikipedia