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Percy

Beginner

Date of registration: Apr 8th 2010

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wcf.user.option.userOption45: D'Artagnan

1

Friday, June 25th 2010, 5:43pm

Filmkritik zu "The Musketeer"

Filmkritik „The Musketeer“
Sehr veehrte Damen und Herren, hier nun Percy’s Filmkritik zu “The Musketeer”.In der Hauptrolle: DER HUT.Nachdem er bereits erfolgreich in Harry Potter – Verfilmungen als „Der sprechende Hut“ zu sehen war, schmückt er nun, allerdings nach einem leichten Facelifting, diesen Film.Der Hut ist ein absolutes Must-Have, denn nur mit ihm ist der vermeintliche Hauptdarsteller des Films in der Lage, schmollend darunter hervor zu lugen. Diesem kann man nur raten: „You can leave your hat on!“ Denn wie die Schlußszene beweist, ist der Darsteller kaum halb so gut aussehend ohne Hut – entsprechend wenig Damen fielen ringsum in Ohnmacht.Entbehrlich für die Handlung, jedoch aus unerfindlichen Gründen trotzdem im Film: Gewisse Personen mit Namen Porthos, Aramis und Athos.Kurz charakterisiert werden können sie wie folgt:Porthos: Das Resultat einer 6-wöchigen Mastkur im „Gasthaus zur Goldenen Möwe“ (Mc D....). Aramis: Das Resultat, nachdem obiger Herr ihm 6 Wochen alles weggefuttert hat. Stellenweise große Ähnlichkeit mit überdimensionierter Spitzmaus, keinesfalls gutaussehend, aber – und das versöhnt wieder – er hat ein Herz für Tiere.Athos: Das wandelnde Alkoholproblem, absolut überflüssig für die Handlung.Nebenbei gibt es noch einen geilen Onkel, der auch noch D’Artagnans Vermieter ist, eine den Musketier kuhäugig anschmachtende Nichte namens Francesca, die offenbar die Urlaubsvertretung für Constance sein soll, ein einäugiges Ungetüm mit leicht schwulem Touch namens Febre, in diesem Fall Krankheitsvertretung, nachdem der Comte de Rochefort bei den Dreharbeiten zum Film aufgrund des ihn umgebenden Dilettantismus einen Nervenzusammenbruch erlitten hat.Dann ein Planchet, der ein bis zwei Generationen übersprungen hat.Außerdem einen unscheinbaren, schwächlichen Greis, zu dessen Befreiung das Verlies mit Armagnac und (Finger weg, Athos) anderen alkoholischen Flüssigkeiten in die Luft gesprengt wird. Unwillkürlich stellt man sich bei der Betrachtung des schmächtigen Männleins die Frage: Hat sich das wirklich gelohnt oder hätten wir besser zurück in die Kneipe gehen sollen (ja, Athos, wir kommen gleich!). Nach Feststellung, daß es sich bei dem Männlein nicht um Rumpelstilzchen handelt, folgt die Erleuchtung: Es ist Monsieur de Treville. Oh Graus. Während er in den Romanen seine Musketiere verteidigt wie die Löwin ihre Jungen, rühmt er hier lediglich D’Artagnans Manieren, vor Betreten des Raumes anzuklopfen, verrät Febre Dinge über den Jungen, die er nicht wissen sollte und wird schließlich, bzw. „das, was von ihm übrig ist“ (Zitat Aramis) in durchgegartem Zustand entsorgt. War nicht schade drum.Die Handlung schleppt sich mühsam von Kampfszene zu Kampfszene, vergeichbar nur mit einem schlechten Pornofilm, der vorgibt, Handlung zu haben. Auch hier kann darauf gut verzichtet werden.Immerhin erfährt der Zuschauer, um die Bildung nicht ganz zu vernachlässigen, so fundamentale Dinge, wie beispielsweise, daß der holden Damenwelt, sobald D’Artagnan nackt aus dem Bett steigt, die Worte fehlen und die Augen aus dem Kopf fallen und er (! Ausgerechnet ER!!!) sie zur Ordnung rufen muß: „Dafür haben wir jetzt aber keine Zeit!“ So ein Weichei! Dafür wäre bei dem Tempo des Films auch noch Zeit gewesen!Schließlich überlegt der gequälte Zuschauer, daß eigentlich die Königin die toughste Person im ganzen Film ist, und dazu noch nicht einmal schwerkraftverleugnende Martial Arts braucht. Eine Kneipenschlägerei bekommt sie auch so angezettelt.Als sich gegen Ende die holde Francesca eine für die Königin bestimmte Kugel „einverleibt“, hofft der Zuschauer, unterstützt durch schwermütige Filmmusik und einen entsetzt herbeieilenden Hauptdarsteller, daß nun endlich die erhoffte „Constance-ich-liebe-dich“ Sterbeszene inszeniert wird und tatsächlich mal jemand um einen anderen eine Träne vergießt, aber: Nichts da: Kaum hat der Darsteller mit Hut seine Lippen zu einem letzten Kuß denen der vermeintlich Sterbenden genähert, flüstert sie ihm doch tatsächlich zu: „Ich werde überleben! Tötet ihn doch endlich!“ Na bravo, Stimmung weg, Hauptdarsteller erleichtert aufgesprungen und sich klar gemacht zum Show-Down. Feinde töten macht eh mehr Spaß als flennend den Tod der Geliebten zu beweinen.Insgesamt muß ich sagen, daß dieser Film mich nur irritiert. Die Interviews mit Darstellern und Regisseur sind ebenfalls sehr aufschlußreich. So meint der D’Artagnan-Darsteller, daß er mit dem Gascogner eigentlich nichts gemeinsam hat (Bitte??? Warum nimmt er so eine Rolle an?), der Febre-Darsteller verzieht sein Gesicht und meint, der Film wäre „...interesting to look at“. (Ja, in der Tat!) und der Regisseur ergeht sich in langweiligen Ausflüchten, daß schon sein Vater ihm gesagt hat, etwas besser zu versuchen als sein zu lassen. Daß bei einem gestarteten Versuch aber zumindest Herzblut mit dabei sein sollte, hat sein Vater ihm wohl vergessen, mit auf den Weg zu geben.Es gibt Filme, die kann ich immer wieder gucken. Dieser gehört definitiv nicht dazu!

MaKo

Baron

Date of registration: Jun 13th 2007

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Location: München

Occupation: Student der Theaterwissenschaften

wcf.user.option.userOption45: Aramis, Athos, Richelieu

2

Sunday, June 27th 2010, 2:49pm

Wie gesagt, als hirnloser "Actiongedöns"-Film (wie meine Schwester zu sagen pflegt) find ich ihn gut. Ab und zu brauch ich solche völlig unrealistischen Filme, wo es kracht und knallt (wenn ich mir beispielsweise für die Uni mal wieder eine Wagner-Inszenierung antun musste), wo man sich hinterher aber fragt, um was es eigentlich ging. Aber als Musketier-Verfilmung kann man das wirklich null ernst nehmen.
"In nomine Patris et Fiili et Spiritus Sancti, Amen!"

kaloubet

Intermediate

Date of registration: May 14th 2004

Posts: 138

Location: Nambsheim, im Elsass

3

Sunday, July 11th 2010, 11:12pm

Hallo Percy,
ich hab mich grad schiefgelacht über deine Kritik - ganz Klasse! Großes Lob!! Wenn es immer so klasse Kritik dafür gibt, will ich mehr schlechte Musketierverfilmungen ;) . Du müsstest mal den Film von Pierre Aknine anschauen, ich weiß nicht mehr, ob er d´Artagnan et les trois mousquetaires oder nur les trois mousquetaires heißt. Inzwischen gibt es ihn, glaube ich, auch auf Deutsch, das war ein deutsch-französisches Gemeinschaftsverbrechen (u.a. mit Heino Ferch, den ich sehr gern mag, aber nicht als Athos). Unglaublich, da fand ich den Musketeer fast noch gut. Zumindest waren die Kostüme sicher etwas teurer und sie konnten sich einen Hut leisten :thumbsup: . In dem Film von Aknine gehen die Musketiere auf den Ball der Königin und haben als Verkleidung so seltsame indische Schals um den Kopf geschlungen - die aus den 80er Jahren mit Silber drin ;( .
Aber du hast absolut Recht, der Musketeer-Film ist total besch ... euert. Ich habe mich gefragt, was sie Catherine Deneuve wohl gezahlt haben, dass sie da mitspielt. Nochmal, großes Lob für die Kritik - die Mastkur *g* - you can leave you hat on - einfach super, mehr davon!
la dictature c'est ferme ta gueule, la démocratie c'est cause toujours...

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