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Leseproben

Buchbasierte Geschichten

Abenteuer in Alès

Alle für einen

Belle Aventure

Caroline

Das Duell

Das Geheimnis der Katze

Der Doppelgänger

Der Pakt des Lucifer

Der Pariser Totentanz

Der verlorene Sohn

Die Eiserne Maske

Die Klinge

Die Mantua-Intrige

Die Nacht

Die Rue Férou

Die Verbannung

Et que vive le roi

Graf und Gräfin de La Fère

l'amour perdu

L'épée, c'est ta seule amie

Le printemps d'espérance

Madame de Chevreuse

Neiges d'antan

Sébastian de Bélier

Spiel mir das Lied vom Tod

"Die drei Musketiere"

Gedichte & Kurzprosa

Das Hauswesen der Musketiere

2004

2005

Filmbasierte Geschichten

Athos

"Zwanzig Jahre danach"

Original Fiction

Die Rose von Paris

Fidèle et Fort

"Der Vicomte de Bragelonne"

Crossover & Co.

Monatsherausforderungen


Buchbasierte Geschichten

Abenteuer in Alès

Porthos, zu verwundert und auch zu erschrocken, den Diener für seine Respektlosigkeit zu tadeln, erkundigte sich, sobald er sich wieder halbwegs gefaßt hatte: "Planchet… Was ist geschehen?" - "Mein Herr, Monsieur d'Artagnan, und Monsieur Athos…" erwiderte Planchet in einem Ton, der schlimme Neuigkeiten verhieß. "Sie sind… Nein, ich muß anders beginnen. An dem Abend, nachdem der König in Alès eingezogen war, ist Monsieur Athos mit einem Dolch beinahe erstochen, auf jeden Fall aber schwer verletzt worden, und man klagt Monsieur d’Artagnan an, daß er es getan habe, und nun hat man ihn festgenommen, und niemand glaubt an seine Unschuld… Ihr müßt helfen, Monsieur Porthos, Ihr müßt ihn retten!"
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Alle für einen

Ein junger Mann, fast noch ein Knabe, ritt voller Erwartung dem Palais Tréville entgegen. Gerade träumte er davon, Hauptmann zu werden, als er plötzlich gewaltsam aus seinem Tagtraum gerissen wurde. Die Straße, eigentlich war sie ein schmaler ausgetretener Pfad, endete vor ihm auf einen freien Platz. Gerade wollte der junge Mann um die Ecke biegen, als es auch schon passierte. Ohne Vorwarnung brach der Trubel los, und im nächsten Moment flog der junge Mann im hohen Bogen von seinem Pferd.
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Belle Aventure

D’Artagnan lächelte bitter. „Die Geschichte wäre nur halb so erschreckend, wären es wirklich nur Räuber gewesen, die unser Geld und unsere Pferde wollten, Madame“, sagte er. Die Sache steht viel schlimmer... Der Kerl war kein gewöhnlicher Strauchdieb auf der Suche nach leichter Beute - er wollte Athos töten." - "Und das gerade dieser Mann es tun wollte, ist grauenvoll." setzte Aramis hinzu, doch so leise, daß es vielleicht jedem bis auf Claire, die dem Bericht mit höchster Aufmerksamkeit gefolgt war, entging, da gerade in diesem Augenblick die Tür des Gästezimmers wieder geöffnet wurde.
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Caroline

Aber ich bin zu alt und zu schwach, um noch etwas verändern zu können. Außerdem bin ich eine Frau, eine Witwe und ich muß froh sein, daß ich in den Diensten dieses Tyrannen stehen darf. Einst liebte ich meinen König, liebte ihn sogar sehr, doch viele Dinge im Leben ändern sich, so wie sich auch meine Liebe geändert hat. Oder vielleicht tat sie es doch nicht. Vielleicht will ich ihn nur hassen, und kann es doch nicht.
Meine einzige Hoffnung ist jetzt nur mehr, daß ich sterben darf. Daß ich von meinen Leiden erlöst werde. Hoffentlich bald, sonst kann ich meinen Erben nur Schulden hinterlassen.
Doch bevor ich sterbe, möchte ich den Menschen noch sagen, wer ich wirklich war.
Mein Name ist Caroline de la Fère, und Athos war mein Vater.
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Das Duell

Athos war so sehr in diesen Gedanken versunken, daß er für einen Augenblick unachtsam wurde. Dies entging d’Artagnan natürlich nicht, und er wußte diesen Vorteil auszunutzen. Zuerst setzte er eine Finte ein, auf die Athos in seiner Unachtsamkeit einging und holte dann zu einem direkten Angriff auf Athos’ Brust aus. Dieser war durch die Finte dazu verleitet worden, nach links zu parieren, während d’Artagnan geradewegs in die Mitte zielte.
Athos erkannte seinen Fehler, als er d’Artagnans Degen nach vorne schnellen sah.
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Das Geheimnis der Katze

Keiner hatte einen Boten gesehen, der den kleinen Papierfetzen auf den Nachttisch der Königin gelegt haben könnte. In ihr Gemach, zu dem nur ihre vertrautesten Dienerinnen Zutritt hatten. Die Schrift war schön, geschwungen, aber unregelmäßig, absichtlich wild. Doch das bemerkenswerteste: Die Verse waren nicht mit Tinte geschrieben, sondern mit Blut. Diese Tatsache, mehr noch als die düsteren Worte, ließ die Königin erschauern. Doch nachdem sie den ersten Schrecken überwunden hatte, siegten Stolz und Zorn über ihre Angst. Zorn, auf denjenigen, der es gewagt hatte, ihr solch einen Schrecken einzujagen. Ihr, Anna von Österreich, einer Königin von Gottes Gnaden! Eine Warnung? Eine Drohung? Wer verbarg sich hinter diesem Decknamen? La Chatte. Die Katze.
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Der Doppelgänger

Er war in Schwierigkeiten, das konnte man sagen. Seine Reputation war schwer angeschlagen, seine Glaubwürdigkeit beschädigt, das Vertrauen in seine Person erschüttert. Schlimmeres konnte ihm, einem loyalen Diener der Krone, der ungezählte Male sein Leben für die Ehre von König und Königin eingesetzt hatte, kaum wiederfahren. Das Übelste an der Situation aber war, dass er absolut nicht verstand, was mit ihm geschah. Irgendjemand hatte mit teuflischem Geschick seinen Ruf beschädigt, ja nahezu zerstört, und er wusste nicht, wie das hatte geschehen können. Sogar seine Vertrauten und eingeschworenen Freunde begannen, sich von ihm zurückzuziehen.
Er war ein Musketier - doch jetzt hatte Monsieur de Treville ihn suspendiert.
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Der Pakt des Lucifer

"Porthos, Ihr seid ein Genie!"
"Nun ja, ich...“ Mit diesem Kompliment – zumal er nicht allzu häufig als Genie bezeichnet wurde - hatte der Freund nicht gerechnet.
"Ihre Namen!" Vor Aufregung sprang d’Artagnan auf. "Es ist viel einfacher. Nehmen wir die ganzen Namen. Du Lû und du Val de Cy. Lû-Cy: der Anfang des Wortes Lu-ci-fer. Diese Mordserie ist noch nicht beendet, Porthos! Drei Kerzen, drei Tote! Heute Nacht wird es ein weiteres Opfer in Saint-Eustache geben und sein Name ist..."
Porthos lief rot an, als er sich an seinem Hammelfleisch verschluckte, während d’Artagnan kreidebleich wurde.
"...de la Fère!"
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Der Pariser Totentanz

Noch vorsichtiger ging Athos weiter, bis er glaubte, die Stelle erreicht zu haben, von der das Geräusch gekommen war. Er bückte sich leicht, in der Hoffnung, am Waldboden vielleicht Spuren zu entdecken, die ihm sagen konnten, in welche Richtung der andere gegangen war. Doch entweder hatte derjenige keine Spuren hinterlassen, oder dies hier war noch nicht die richtige Stelle: am Waldboden war nichts zu erkennen. Leise richtete Athos sich wieder auf – nur, um den kalten, harten Stahl eines sehr scharfen Degens an der Kehle zu spüren. Während er am Boden gekniet hatte, mußte jemand lautlos von hinten an ihn herangetreten sein und hatte seine Bewegung ausgenutzt, um ihm die Waffe an den Hals zu setzen. Der Griff war kräftig, Athos konnte sich nicht bewegen, geschweige denn zu dem Angreifer umwenden. Er fluchte innerlich und schalt sich, so unvorsichtig gewesen zu sein. Er hätte sich denken müssen, daß der Fremde ihn gehört hatte, als er sich ins Unterholz schlug.
„Wagt es nicht, um Hilfe zu rufen oder Euch auch nur zu rühren! Meinem Degen würde das gar nicht gefallen“, zischte der Mann hinter ihm leise und scharf.
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Der verlorene Sohn

"Der Herr Polizeipräsident hat mich heute auf etwas aufmerksam gemacht, das ich Euch nicht verschweigen kann, Athos", sagte Tréville. "Wie üblich hat er eine Liste der Personen, die neu am Hof vorgestellt werden sollen und deren Paten angefertigt. Wie Ihr vielleicht wißt, findet morgen eine solche Vorstellung statt, bei der der junge Adel des Landes am Hof eingeführt wird. Bevor so ein Ereignis stattfindet, versucht man natürlich, sicher zu gehen, daß nur berechtigte Personen Zutritt zum Louvre bekommen und..." Er hielt für einen Moment inne und sah Athos direkt in die Augen. "Auf dieser Liste steht Euer Name! Morgen abend wird der Graf de la Fère durch den Grafen de Rochefort dem König vorgestellt."
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Die Eiserne Maske

Um die Mittagszeit begab sich d’Artagnan in Philippes Koje. Der junge Mann saß auf seinem Bett und ließ den Kopf - auch beim Eintritt d'Artagnans - hängen. Er sah nicht mehr so stolz und majestätisch aus wie bei der Abfahrt aus Paris. Die Schwere der Maske drückte seinen Kopf unweigerlich nach unten und verlieh ihm eine gebückte Haltung. D’Artagnan blieb beim Eintritt in die Koje einen Moment lang stehen, betrachtete den Prinzen und dachte nach. Sein Herz zog sich zusammen bei dem Gedanken, daß dieser Mann, der doch kaum 23 Jahre alt war, sein Leben lang diese eiserne Maske tragen müßte. Nie hätte er darüber nachgedacht, daß der König von Frankreich in dem Alter wäre, sein Sohn zu sein, doch als er Philippe vor sich sah, regten sich fast väterliche Gefühle in ihm. Die beiden Brüder waren sich vielleicht äußerlich gleich, aber im Inneren doch völlig verschieden. Seine Gedanken schweiften ab, und er sah Athos und Raoul, Vater und Sohn.
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Die Klinge

Missmutig betrachtete Athos die Waffe in seiner Hand. Der Degen war nicht gut ausgewogen, der Korb ein schlichtes Bügelgefäß, die Parierstangen zeigten Zeichen von Abnutzung - wie die Klinge selber. Schartig und stumpf war sie, ohne jeden Glanz, ein Gebrauchsgegenstand für einen Soldaten, nicht mehr.
Athos war weit mehr als ein einfacher Soldat. Er war Musketier in den Diensten des Königs, und als solcher gehörte auch das Repräsentieren seines Standes zu seinen Pflichten. Mit dieser Waffe, die er langsam durch die Luft schneiden ließ, konnte er das nicht.
Sein alter Degen war zerbrochen. Es war natürlich im Kampf geschehen, einer der großen Leidenschaften des verdienten Musketiers, im Kampf gegen zwei Gardisten von Kardinal Richelieu, die ihn provoziert hatten. Das war ihr erster Fehler.
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Die Mantua-Intrige

Sie, die vier Unzertrennlichen, die doch keineswegs die schlechtesten Fechter von Frankreich waren, konnten dieses Einen nicht in kurzer Zeit Herr werden, ihn allenfalls so lange beschäftigen, bis er einmal ermüden mußte...
Dies war ein Fechter, mit dem sich allenfalls noch ihr verehrter Hauptmann messen konnte, aber sonst gewiß kein einziger Mensch in ganz Paris!
Ein wilder Übermut packte d’Artagnan. "Überlaßt ihn mir!" schrie er, und tatsächlich traten seine Freunde zurück, um ihn und den Unbekannten den Kampf unter sich ausmachen zu lassen.
Schon beim ersten Aufeinandertreffen der Klingen begann d'Artagnan insgeheim zu fürchten, daß sein Wunsch ein höchst törichter gewesen war; er würde dieses Duell vermutlich verlieren, aber was hätte er darum gegeben, bei seinem Gegner auch nur eine einzige Fechtstunde nehmen zu dürfen! Bald verteidigte er sich nur noch, so geschickt er irgend konnte, und als der Fremde ihn mit einer bewundernswert eleganten Bewegung entwaffnete, war er zwar erschrocken, doch noch nicht einmal sonderlich erstaunt.
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Die Nacht

Plötzlich ertönten Hufschläge. Athos, der überzeugt war, daß sich noch mehr Gardisten näherten, versuchte, diese kleine Unterbrechung zu nutzen und zu den Pferden zu rennen, doch kurz vor seinem Ziel wurde er von einem tödlich verwundeten Gardisten aufgehalten, der ihn kurzerhand zu Boden zerrte. Athos verlor keine Zeit und versuchte, sich wieder auf die Beine zu kämpfen, doch es war schon zu spät. Die Gardisten hatten ihn umzingelt und ein Dolchstich verfehlte sein Herz nur knapp und wurde statt dessen in das Fleisch unterhalb seiner rechten Schulter gestoßen. - René d’Herblay sah Athos zu Boden stürzen und überlegte nicht lange. Er stieß seinem Pferd die Sporen in den Leib und galoppierte auf die Gardisten und Athos zu...
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Die Rue Férou

D’Artagnan näherte sich dem verwundeten Athos langsam und betrachtete ihn nachdenklich. Der Musketier war noch jung: bestimmt keinen Tag älter als dreißig Jahre. Überdies war er von außergewöhnlicher Schönheit. Er war sehr schlank und nicht sonderlich groß – das war vermutlich auch der Grund, warum er dem tödlichen Stoß so geschickt hatte entgehen können – doch von sehr ebenmäßiger, gut gebauter Statur. Lockiges, blondes Haar fiel ihm auf die geraden Schultern hinab. - D’Artagnan schrak zusammen, als der verletzte Musketier leise stöhnte. Er kniete neben ihm nieder und nahm die Wunde in Augenschein. Die Klinge war tief eingedrungen, d’Artagnan befürchtete, daß sie bis in die Brust vorgestoßen war. Ohne Versorgung hing das Leben dieses Musketiers an einem seidenen Faden, der jeden Moment zu zerreißen drohte.
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Die Verbannung

Entschlossen hob sie den Kopf. Nicht zum König, der das Urteil aussprach, sondern zu dem Mann, der abseits vom König stand und dessen Blick sie auf sich ruhen fühlte. Ihre Augen trafen sich. Sie sah den Triumph, und es kostete sie unglaubliche Kraft, diesem Blick standzuhalten. Es mußte ein Leichtes für ihn gewesen sein, den König von ihrer Schuld zu überzeugen, als er endlich einen festen Beweis vorweisen konnte. Der König haßte sie seit dem Tage, an dem die Königin ihrem Beispiel gefolgt und über die Gräben von Versailles gesprungen war, dabei stürzte und Frankreich des Dauphins beraubte. Wer hatte Richelieu von der Botschaft erzählt, die sie am Morgen nach England geschickt hatte? Wer konnte davon wissen? Ihr Gesicht blieb stumm, starrte Richelieu an, während sie ihre Gedanken ordnete. Zweifellos würde man in der Zwischenzeit ihre Gemächer durchsuchen. Sie konnte ein leichtes Lächeln nicht verbergen, als sie daran dachte, was der Kardinal wohl erwartete und wie enttäuscht er sein würde, wenn er entdeckte, daß nichts von politischer Bedeutung unter ihren Sachen war. Wie konnte er in Besitz der Botschaft gekommen sein?
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Et que vive le roi

Wieder fielen kurz hintereinander vier Engländer, die sofort durch neue Männer ersetzt wurden. Aramis wankte, er hatte einen weiteren Stich, - diesmal in den Arm - erhalten, der Blutverlust machte sich langsam bemerkbar. Er sah seine Gegner wie durch einen Nebel, der Arm mit dem Degen wurde schwer, er parierte langsamer, aber genau und gezielt. Ein kurzer Blick zu Athos, der noch immer neben ihm stand, zeigte ihm, daß auch dessen Bewegungen sich verlangsamt hatten, - es würde nicht mehr lange dauern, bis ein letzter Stoß ihnen beiden den Tod brachte. Er hob erneut seinen Degen und parierte eine Attacke, als er plötzlich aus dem Augenwinkel einen Soldaten sah, der zu einem hinterhältigen Schlag ausholte. Er wollte sich zu dem Angreifer herumdrehen, aber es war zu spät, der Knauf eines Zweihänders krachte wuchtig auf seinen Kopf. Ihm wurde rot vor Augen, das letzte, was er sah, war Athos, der sich wie ein Löwe gegen drei Gegner wehrte, dann verlor er das Bewußtsein.
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Graf und Gräfin de La Fère

Wie schön wäre es gewesen, wenn es seine Hände hätten sein können, die ihren Körper massierten. Doch bei diesem Gedanken lief ihr ein Schauer über den Rücken, und während sie sich langsam ihrer linken Schulter näherte, weiteten sich ihre Augen, und die Maske der engelsgleichen Sanftmut wich dem wahren Gesicht dieser Frau, das von Haß und Grausamkeit entstellt war. Zitternd löste sie das schwarze Seidenband von ihrer Schulter und betrachtete fast nachdenklich die eingebrannte Lilie, die unter dem Stoff zum Vorschein kam. Sollte der Graf dieses Zeichen jemals entdecken, so war sie verloren. Sie hatte lange versucht, eine Geschichte zu entsinnen, um ihn von ihrer Unschuld zu überzeugen. Doch sie wußte auch, daß der Graf gebildet und klug war, und sie ihn trotz seiner fast blinden Liebe zu ihr nicht täuschen konnte. Hastig ergriff sie ein dunkelrotes Samtband und band es um ihre Schulter. Niemals durfte er es zu Gesicht bekommen, niemals.
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l'amour perdu

Athos hatte sich bei dieser Rede seines Hauptmanns auf seiner Pritsche aufgesetzt und sah nun Tréville an. Diesen durchlief bei dem Blick in Athos‘ erloschene Augen ein kalter Schauer, ihn durchzuckte die Befürchtung, dass sein Besuch womöglich umsonst sein könnte, dass diese Verzweiflung keine Tröstung mehr finden und ein Weiterleben tatsächlich sinnlos erscheinen konnte. Fieberhaft durchsuchte er sein Hirn nach Worten, die diesem Leiden gemäß sein könnten, die dem Musketier zumindest einen Hauch Lebensmut hätten zurückgeben können, aber er fand nichts. Die drei um den Tisch versammelten Freunde sahen ihren Hauptmann resigniert an, hatten sie doch das Entsetzen und die Fassungslosigkeit in seinem Mienenspiel lesen können. Athos schloss die Augen, schüttelte leise den Kopf, stand auf und verließ das Zelt.
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L'épée, c'est ta seule amie

D’Artagnan spielte nicht einmal mit dem Gedanken, seinen Freund nicht zu suchen, zuviel lag ihm an diesem Menschen, dem er solch eine lange Freundschaft verdankte. Diese sollte nicht einfach so enden – ohne ein "Lebewohl" oder ein "Au revoir"!
Auch wenn seine Mutter versuchte, ihn von seinem Vorhaben abzubringen, sie schaffte es nicht, ihrem Sohn die Geschichte aus dem Kopf zu schlagen. Gewiss, auch sie war geschockt von der Nachricht über Etiènnes Verschwinden und konnte sich kein Bild davon machen, was ihn dazu getrieben hatte, so zu handeln. Er war doch wie ein Sohn für sie gewesen, sie hatte ihn neben ihrem eigenen Kind aufwachsen sehen, ihn getröstet, wenn er sich verletzt hatte und ihn – wenn auch stets mit einem warmen Lächeln – gestraft, wenn er zusammen mit d’Artagnan irgendeinen Streich ausgeheckt hatte. Und sie wusste von Madame Chabert, dass diese d’Artagnan genauso behandelt hatte – und es immer noch gerne tat. Und nun ging Etiènne, ohne sich zu verabschieden? Nein, das war nicht der Junge, den sie kannte.
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Le printemps d'espérance

"Teufel, Rochefort, wo seid Ihr gewesen? Ihr seid verwundet…" – "Wir sind nach Hause gegangen, als die Gardisten so seltsam zu uns herübersahen, aber als Du nicht wiederkamst, wollten wir schon wieder aufbrechen und nach Dir sehen…" – "Was für einen Mann habt Ihr dort bei Euch?" – "Mon Dieu, Charles, Du zitterst ja… Was ist geschehen?"
Rochefort hob ein wenig die Hand. "Messieurs, ich bitte Euch, fragt nicht, fragt mich gar nichts! Und wenn Ihr auch nur ein wenig Freundschaft für mich empfindet, helft mir beim Packen." bat er. "Ich verlasse die Stadt noch zur Stunde, ich gehe mit dem Bischof von Luçon in die Verbannung."
Tréville und Jussac tauschten einen entgeisterten Blick, doch getreu der Bitte Rocheforts richteten sie keine weiteren Fragen an ihn. Der Diener hatte während der ein wenig ausgedehnten Begrüßung ruhig abgewartet. Rochefort wandte sich nun zu ihm um. "Mein Pferd steht in einem Mietstall, dort, am Ende der Straße… Eine kleine braune Stute, sie heißt Arlette, man wird sie Euch leicht zeigen können. Laßt sie satteln und bringt sie mit her!"
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Madame de Chevreuse

Plötzlich ertönten vom Gang her Schritte. Aramis hielt inne und wandte sich der Tür zu. Jetzt würde sich für ihn ja ein Geheimnis lösen. Seit der Geschichte mit Mylady traute er Athos keine Frau mehr zu, allerdings hatte Athos ihn schon einmal völlig überrascht, vielleicht sogar aus der Fassung gebracht. Das war, als er von Raouls Identität erfahren hatte. Er glaubte das Märchen des Adoptivsohnes nicht, dafür sah Raoul Athos zu ähnlich. Aber Raoul erinnerte ihn auch noch an jemand anderen. Er war nur bis jetzt noch nicht darauf gekommen.
Als sich die Tür öffnete und die Herzogin de Chevreuse mit roten erhitzten Wangen und offenem Haar eintrat, hörte die Erde für Aramis einen Moment auf, sich zu drehen. Wie erstarrt saß er in dem Sessel. In einer Sekunde hatte er alle Teile in seinem Kopf zu einem Ganzen zusammengefügt. Als Raoul eintrat, war es die Bestätigung für seine Gedanken. Er wußte es: Raoul war der Sohn von Mme de Chevreuse und dem Grafen de la Fère. Er war sich nicht sicher, ob er es nicht immer schon gewußt hatte und es bisher immer nur verdrängt hatte.
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Neiges d'antan

Athos sagte eine Weile gar nichts zu diesem Vorschlag. Erst, als dem Hauptmann anzumerken war, daß er nahe vor der Entscheidung stand, seine wachsende Ungeduld entweder in Verärgerung oder in ernsthafte Besorgnis umschlagen zu lassen, begann er zögerlich: "Mon capitaine... Darf ich Euch offen eine Frage stellen?" - "Fragt nur." gestattete Monsieur de Tréville, wenn auch mit ein wenig verwunderter Miene. Athos sah seinen Hauptmann fest an. "Glaubt Ihr an Gespenster, mon capitaine?" - "Ob ich... Was zum Teufel soll diese Frage?" - "Vergebt, wenn ich zu aufdringlich bin... Doch es ist von höchster Wichtigkeit für mich, Eure Antwort auf diese Frage zu hören." - "Nun... Begegnet bin ich noch keinem Gespenst." sagte der Hauptmann mit ein wenig ratloser Miene. "Und eigentlich rechne ich auch nicht damit, so rasch eines zu treffen, wenn ich ehrlich bin..." - "Weiß Gott, ich hätte auch nie damit gerechnet, mon capitaine, und doch... Es ist albern, ich weiß... Ihr werdet mich noch für verrückt halten... Jedoch... Ich habe einen Geist gesehen." - "So, so." sagte Monsieur de Tréville, und hätte er als Hauptmann der königlichen Musketiere nicht eine gewisse Würde zu wahren gehabt, hätte er nun wohl sehr ungebührlich gelacht.
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Sébastian de Bélier

Schon kurz nach dem Start lag d’Artagnan zwei Längen hinter Sebastian, was ihn jedoch nicht störte, seinen Weg im gestreckten Galopp fortzusetzen. Was ihn störte, war nur ein etwas herunter hängender Ast, der ihm beim durchreiten den Hut vom Kopf fegte. Der junge Mann gab sich geschlagen, zügelte sein Pferd und sah noch zu, wie die Staubwolke, die Sébastians Araber beim Lauf aufwirbelte, hinter der Kurve verschwand. Dann stieg er ab und ging zurück, um seinen Hut von der Straße aufzuheben, als sich plötzlich nicht weit entfernt ein Schuß löste, bei dessen Krachen Vogelschwärme aus den Bäumen herausflogen. Der Schuß war noch nicht verhallt, als d’Artagnan sich schon aufs Pferd schwang und im gestreckten Galopp um die Kurve jagte, hinter der Schuß ertönt war.
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Spiel mir das Lied vom Tod

"Das tut mir leid, Monsieur, Sie müssen mich mit jemandem verwechseln."
"Nein ich verwechsle Sie bestimmt nicht, Monsieur Aramis. Sie gehören hier nicht her. Gehen Sie bitte!"
"Ich weiß zwar nicht woher Sie meinen Namen kennen, Monsieur, aber ich finde Ihr Benehmen höchst empörend. Ich bin ein zahlender Gast und wollte nur mit meinen Freunden essen."
"Es tut mir leid ich muss Sie bitten zu gehen!" Die Stimme des Wirts klang jetzt schon etwas drohend.
"Ich verstehe Sie wahrhaftig nicht.", meinte Aramis, der in seinem Kopf krampfhaft nach einem Anlass für das verhalten des Wirtes suchte. Er fand keinen.
"Freunde, was sagt ihr dazu, Athos, d’Artagnan?"
"Er hat leider recht, mein Freund", sagte Athos ernst, zur größten Verwunderung seines Kampfgefährten, "du musst jetzt gehen, aber wir sehen uns sicher bald wieder."
"Ja, er hat recht.", meinte D’Artagnan betroffen und seine Stimme hallte im Raum, "Geh jetzt und leb wohl mein Freund!"
"Aber ich will nicht gehen, was soll das Ganze?" fragte Aramis verzweifelt.
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"Die drei Musketiere"

Gedichte & Kurzprosa

Das Hauswesen der Musketiere

Porthos drängte sich vor: "Nicht zu sprechen? Wie nicht zu sprechen? Athos ist für seine Freunde nicht zu sprechen? Er wird betrunken sein, aber das kennen wir. Laßt uns ein, in wenigen Minuten werdet Ihr zwischen seinem und unserem Zustand keinen Unterschied mehr sehen."
Grimaud blieb schließlich keine andere Wahl, als die Freunde seines Herrn einzulassen. Hastig schloß er die Tür hinter ihnen und eilte an ihnen vorbei in das Nebenzimmer, um seinem Herrn die Ankunft seiner drei Kameraden anzukündigen.
Porthos, Aramis und d’Artagnan sahen sich an. Welch seltsames Verhalten ... was hatte das zu bedeuten? Porthos sprach aus, was alle dachten: "Ist da etwa eine Frau bei Athos?"
D'Artagnan, obwohl genauso verwirrt wie seine Freunde, konnte ein leises Grinsen nicht unterdrücken. "Das ist unmöglich. - Kommt, nicht lange gezögert, immerhin kennen wir unseren Freund, er wird betrunken sein, das ist alles." Damit trat er entschlossen ins Nebenzimmer.
Doch kaum hatte er die Schwelle überschritten, blieb er, aufs Höchste erstaunt, ja gleichsam entsetzt, stehen. "Athos, was macht Ihr da?" fragte er, und seine Stimme zitterte leise.
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2004

2005

Filmbasierte Geschichten

Athos

"Aber, Monsieur", hörte Tréville seinen Adjutanten François entsetzt rufen. Im selben Moment wurde die Tür aufgerissen und ein Mann stürmte mit gezogenem Degen herein. Völlig überrascht sprang Tréville auf und legte die Hand auf seinen Degen. Doch der späte Besucher steckte seinen Degen zurück in die Scheide und verneigte sich nur. Hinter ihm stürmte François in das Arbeitszimmer. In der rechten Hand hielt er seinen Degen, in der linken seinen Dolch. Beide Waffen zielten auf den Eindringling. Dieser wirbelte herum, in seiner Hand blitzte plötzlich wieder sein Degen auf und binnen weniger Sekunden war der Adjutant Monsieur de Trévilles entwaffnet. Völlig entgeistert blickte der Adjutant auf seine plötzlich leeren Hände. Der Fremde steckte seinen Degen zurück in die Scheide.
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"Zwanzig Jahre danach"

Original Fiction

Die Rose von Paris

Die Herzogin schaute aus dem Fenster und erkannte die maskierten Gestalten. Banditen! - Nun begannen diese auch zu schießen. Eine Kugel traf das Leitpferd. Da es tödlich getroffen niederstürzte, behinderte es die anderen drei Pferde und die Kutsche kam zum stehen. - Franziska griff unter die Sitzbank und holte Degen und Pistole hervor. Dann sprang sie hinaus. Die Herzogin sah sich um. Es handelte sich um fünf Männer, die nun von ihren Pferden sprangen und herbeieilten. Der Kutscher sowie Franziska feuerten ihre Pistolen ab und zogen dann den Degen. Der Diener wurde sehr bald verwundet, und auch Franziska hatte lange nicht mehr gekämpft. Es hätte nicht mehr viel gefehlt, und die Herzogin mußte aufgeben.
Fast zum gleichen Zeitpunkt ritten vier Männer in die gleiche Richtung. Offenbar waren diese Männer Freunde. Sie lachten und scherzten, wie man es tat, wenn man sich gut kannte. Sie trugen die Uniform des Königs und hatten nach einigen freien Tagen die Absicht, ihren Dienst wieder aufzunehmen. Da der Hof auf dem Landschloß weilte, ritten sie auf dem gleichen Weg wie die Herzogin de La Grasia nach Saint Germain. Inzwischen war es höchste Zeit.
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Fidèle et Fort

Jean-Pierre de Montferrand, Baron und Herr über die gleichnamige Stadt im Herzen der Auvergne, blickte seinen Sohn leise tadelnd an. Doch in seinen klugen blauen Augen blitzte ein kleines Lachen. Der ansteckenden Fröhlichkeit seines Ältesten konnte sich auf Dauer niemand entziehen. Er schüttelte die traurigen Gedanken an seinen alten Waffengefährten von sich, blickte sich in seiner gemütlichen, mit schlichter Eleganz eingerichteten Bibliothek um und heftete seinen Blick dann auf den ruhig und entspannt dastehenden René. Wieder einmal war er überrascht, wie sehr der Junge seinem Vater, den er nie kennengelernt hatte, ähnelte. Er hatte die gleichen kastanienbraunen Haare mit den außergewöhnlichen grünblauen Augen, die so sanft und gleichzeitig so durchdringend und entschlossen blicken konnten. Die schmale Nase war edel geformt und entsprach eher der seiner im Kindbett gestorbenen Mutter. Sein schlanker, zierlicher Körper ließ kaum erahnen, welche Kräfte wirklich in ihm steckten. Im Gegensatz zu Philippe-Emmanuel hatte René jedoch gelernt, sein Temperament zu beherrschen. Der Baron seufzte unhörbar. Morgen nun wurde René achtzehn. Dann war es endlich an der Zeit, ihm die Wahrheit zu sagen.
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"Der Vicomte de Bragelonne"

Crossover & Co.

Monatsherausforderungen

 
 

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